Was Eisenkot von der derzeitigen Regierung enttäuschten konservativen Israelis anzubieten hat, ist eher eine Haltung als ein Programm. „Er legt eigentlich keine konkreten Pläne vor, abgesehen von klassischen Themen des Konsenses“, beschreibt der israelische Politikanalyst Gil Murciano von der Denkfabrik Mitvim das Programm Eisenkots. Es gehe tatsächlich vor allem darum, „nicht wie Bibi zu sein“ – also nicht korrupt und nicht radikal.
Murciano bringt das auf die Formel, Eisenkot stehe für eine „Rückkehr zur Mamlachtiyut“. Das von Ben Gurion erfundene hebräische Wort lässt sich nicht direkt übersetzen; Mamlachtiyut beschreibt eine Art von staatsmännischem moralischem Kompass, den verantwortlichen Umgang mit Macht. Das ist genau das, was viele Israelis in den vergangenen knapp vier Jahren vermisst haben.


